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21. Oktober 2008 von volksfreund.de

Ayl, Saar. Seine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt: Nachdem der Ayler Winzer Jürgen Weber mehrfach kritisiert hatte, dass er bei Fußballspielen in der Münchner Allianz-Arena nur ausländische Weine auf der Karte vorgefunden habe, darf er nun bei Championsleague- und anderen Spielen exklusiv Weißweine von der Saar ausschenken.

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Foto 1
  • Winzer Jürgen Weber vor seinem neuen Messe-Stand, mit dem er auch in der Münchner Arena (Foto unten) demnächst dabei sein wird.
    © privat

    Winzer Jürgen Weber vor seinem neuen Messe-Stand, mit dem er auch in der Münchner Arena (Foto unten) demnächst dabei sein wird.

(sw) Ursprünglich sollte sein erster beruflicher "Auftritt" im Vip-Bereich der Allianz-Arena München heute Abend sein. Beim Championsleague-Spiel der Bayern gegen den AC Florenz hätte Jürgen Weber mit ausgewählten Erzeugnissen seines Ayler Weingutes "Margarethenhof" zum ersten Mal Flagge zeigen sollen. "Das ist kurzfristig abgesagt worden, weil ein anderes Weingut nach einer älteren Vereinbarung für das heutige Spiel bevorzugt worden ist", erklärt Jürgen Weber im Gespräch mit dem TV.

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Ganz ungelegen sei ihm die Absage nicht gekommen, gesteht Weber. "Wir sind mitten in der Lese. Das hätte uns Zeit und Personal gekostet." Mit ihm sei stattdessen vereinbart worden, "dass wir nach der Vorrunde mit der Gruppenphase und den KO-Spielen zum Einsatz kommen." Vermutlich werde das im Januar nächsten Jahres sein.

Dann allerdings dürfe Weber exklusiv im Vip-Bereich - der nach Auskunft des Winzers rund 6500 Besucher fasst - seine Weißweine anbieten.

Dabei hat sich der umtriebige und qualitätsbewusste Winzer aus Ayl, der im Jahr 2000 den Gebäudekomplex des ehemaligen Winzervereins am Ortseingang kaufte, aufwendig sanierte und zu einem Schmuckstück umwandelte, dieses Türchen selbst geöffnet. "Eigentlich war alles ein großer Zufall", erzählt der gebürtige Tawerner lachend. "Ich hatte in der vergangenen Saison Karten für ein Bayern-Spiel in der Allianz-Arena. Als ich auf der Karte im Vip-Bereich nur einen Rioja und Chardonnay gefunden habe, hat mich das so richtig auf die Palme gebracht." Wieder zurück in der Heimat, machte Weber sich die Mühe, einen Brief an den verantwortlichen Caterer zu schreiben und zu fragen, warum dieser dort keine Weine aus dem eigenen Land anbietet.

"Daraufhin kam eine sehr freundlich formulierte Antwort zurück, normalerweise hätten sie immer deutsche Weine auf der Karte, und das sei bei meinem Besuch wohl eine Ausnahme gewesen."

Nachdem Weber jedoch wenige Wochen später an gleicher Stelle erneut nur auf ausländische Weine gestoßen war, setzte er abermals einen Brief an das Catering-Unternehmen auf - und schickte eine Auswahl seiner Weine mit.

Es folgte: eine Einladung nach München, Mitte September, zu einem Gespräch mit der Chefin des Catering-Unternehmens. "Die hatte inzwischen unsere Weine probiert und sich über uns informiert. Wir haben uns von Anfang an super verstanden, und so kam schließlich das Angebot, dass wir im Vip-Bereich unsere Weine präsentieren dürfen."

Mit vier verschiedenen Weinen und rund 1000 Flaschen wollen er und seine Frau Dorothee sowie vier weitere Mitarbeiter nach München fahren.

Und wer weiß: Vielleicht schafft es der 46-Jährige ja, hartnäckige Weißbier-Kandidaten auf den Saarwein-Geschmack zu bringen.

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